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09
Jun

Infektionen in Schach halten

Posted by Monika
Monika
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Nahashon Mwangi arbeitet mit Mama Matata (Spitalleiterin Ruth Schäfer) im Büro des Rhein-Valley Hospitals. Immer wieder beobachtet er, dass manche Patienten nach einer Behandlung zu früh entlassen werden sollen. Zum Glück greife Mama Matata dann ein, und gewährleiste die wichtige Nachsorge, meint er.

Es war am 10. Februar 2018. Nahashon Mwangi erinnert sich, dass ein 43-jähriger Patient aus dem Dorf Kasambara um Hilfe im Rhein-Valley Hospital bat. Symon Kamau hatte eine schreckliche Brandwunde am rechten Bein. Fast der ganze Unterschenkel wurde bei einem Unfall von einem Motorradauspuff verbrannt. Doktor Benson Sagati behandelte die entzündete Wunde. Zum Glück waren die richtigen Medikamente und antiseptische Verbandskompressen im Spitallager

Nach einer Woche ging es dem Symon Kamau merklich besser. Die Entzündung der Wunde war abgeklungen und das Bein heilte. Das war nur möglich, weil Mama Matata eingegriffen hatte und es nicht zuliess, dass Symon Kamau zu früh entlassen wurde. Zu gross wäre zu Hause das Risiko einer Infektion durch Krankheitserreger gewesen.

Obwohl Mama Matata den Spitalangestellten immer wieder die gleichen Regeln erklären muss, lohnen sich ihre Anstrengungen. Sie erteilt den Ärzten nämlich auch den unmissverständlichen Auftrag, die Bevölkerung aufzuklären. Sind die Gemeindemitglieder besser informiert, kennen sie die Verhaltensregeln und wissen, was sie bei Krankheit und Unfall tun sollen. Das Rhein-Valley Hospital steht in allen Fällen mit Rat und Tat zur Seite. Es ist immer besser, im Krankheitsfall nicht zu Hause zu bleiben, sondern das Rhein-Valley Hospital aufzusuchen. Das Team behandelt ihre Patienten und kontrolliert ihr Genesen.

Denn die meisten Patientinnen und Patienten sind arm und können es sich nicht leisten, in anderen Spitälern behandelt zu werden. Dass jeder Mensch im Rhein-Valley Hospital behandelt und betreut wird, widerspricht den Erfahrungen, die die Bevölkerung sonst mit der medizinischen Versorgung macht. Es lohnt sich, dass immer wieder zu erklären.

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09
Jun

Ritual des Erwachsen werdens

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Victor Odor gehört seit sechs Jahren dem Team des Rhein-Valley Hospitals an. Als Büroassistent hat er vielerlei Aufgaben zu erfüllen: Kontrolle der Wassergebühren, Vorbereitung der Buchhaltung, Überprüfung der Mitarbeiterberichte, Organisation des Kücheneinkaufs und die Information der Gemeinde über den Spitalbetrieb. Jedes Jahr bereitet er die Beschneidung der Buben vor.

In der Gemeinde Kasambara-Gilgil ist es üblich, einen Buben auf dem Weg des Erwachsen werdens rituell zu begleiten. Die Beschneidung ist eine sorgfältig geplante Zeremonie. Damit die Buben den Eingriff medizinisch und psychisch gut verkraften, lassen ihn die Eltern im Rhein-Valley Hospital durchführen. Jeweils in den Schulferien im Dezember und Januar.

Wenn Spitalleiterin Mama Matata (Ruth Schäfer) Victor Odor wieder einmal den Auftrag erteilt, sich um die Beschneidung zu kümmern, legen er und der Arzt Benson Ogechi die Termine sofort fest. So bleibt den Buben und ihren Eltern genug Zeit, sich auf den Eingriff einzustellen. Mit einer von Benson Ogechi erstellten Liste fährt Victor Odor in die nächst grössere Stadt, nach Nakuru. Dort besorgt er Medikamente, Verbandsmaterial und alle Utensilien, die für eine fachgerechte und sterile, wenn auch kleine Operation nötig sind.

Ist der vorgesehene Tag gekommen, bringen die Eltern oder Nachbarn den Buben zur Beschneidung ins Spital. Die Ärzte untersuchen ihn gründlich und verringern so das medizinische Risiko des Eingriffs. Damit sich jeder Bub genau vorstellen kann, was ihn erwartet und er keine Angst haben muss, bereiten ihn die Ärzte auch psychologisch vor. Nachdem jeweils eine Gruppe mit sechs Buben einen ganzen Tag im Spital verbracht hat, ist jeder einzelne bereit.

Nach der Operation am nächsten Tag werden die Buben noch eine Woche lang im Spital betreut und gepflegt. Täglich untersucht sie ein Arzt, um eine Komplikationen auszuschliessen, Viele der Buben geniessen den Spitalaufenthalt, haben sie doch noch nie zuvor in einem bequemen und sauberen Bett geschlafen. Sie wachsen in armen Familien auf oder stammen aus einem Flüchtlingslager, in dem sie als Vertriebene im eigenen Land leben.

Victor Odor gehört seit sechs Jahren dem Team des Rhein-Valley Hospitals an. Als Büroassistent hat er vielerlei Aufgaben zu erfüllen: Kontrolle der Wassergebühren, Vorbereitung der Buchhaltung, Überprüfung der Mitarbeiterberichte, Organisation des Kücheneinkaufs und die Information der Gemeinde über den Spitalbetrieb. Jedes Jahr bereitet er die Beschneidung der Buben vor.

In der Gemeinde Kasambara-Gilgil ist es üblich, einen Buben auf dem Weg des Erwachsen werdens rituell zu begleiten. Die Beschneidung ist eine sorgfältig geplante Zeremonie. Damit die Buben den Eingriff medizinisch und psychisch gut verkraften, lassen ihn die Eltern im Rhein-Valley Hospital durchführen. Jeweils in den Schulferien im Dezember und Januar.

Wenn Spitalleiterin Mama Matata (Ruth Schäfer) Victor Odor wieder einmal den Auftrag erteilt, sich um die Beschneidung zu kümmern, legen er und der Arzt Benson Ogechi die Termine sofort fest. So bleibt den Buben und ihren Eltern genug Zeit, sich auf den Eingriff einzustellen. Mit einer von Benson Ogechi erstellten Liste fährt Victor Odor in die nächst grössere Stadt, nach Nakuru. Dort besorgt er Medikamente, Verbandsmaterial und alle Utensilien, die für eine fachgerechte und sterile, wenn auch kleine Operation nötig sind.
Ist der vorgesehene Tag gekommen, bringen die Eltern oder Nachbarn den Buben zur Beschneidung ins Spital. Die Ärzte untersuchen ihn gründlich und verringern so das medizinische Risiko des Eingriffs. Damit sich jeder Bub genau vorstellen kann, was ihn erwartet und er keine Angst haben muss, bereiten ihn die Ärzte auch psychologisch vor. Nachdem jeweils eine Gruppe mit sechs Buben einen ganzen Tag im Spital verbracht hat, ist jeder einzelne bereit.
Nach der Operation am nächsten Tag werden die Buben noch eine Woche lang im Spital betreut und gepflegt. Täglich untersucht sie ein Arzt, um eine Komplikationen auszuschliessen, Viele der Buben geniessen den Spitalaufenthalt, haben sie doch noch nie zuvor in einem bequemen und sauberen Bett geschlafen. Sie wachsen in armen Familien auf oder stammen aus einem Flüchtlingslager, in dem sie als Vertriebene im eigenen Land leben.
Sind die Operationswunden verheilt, werden die Buben entlassen. die traditionelle Zeremonie der Beschneidung liegt hinter ihnen. Jeder von ihnen ist als Bub gekommen. Als Mann geht er.
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09
Jun

Gebühren unter grosser Gefahr bezahlen

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Wie es jedes Jahr im Oktober nötig ist, musste das Rhein-Valley Hospital auch im Herbst 2017 seine Lizenzgebühren pünktlich bezahlen. Sollte das Geld nicht pünktlich eingehen, würde eine Strafe von 50 Prozent fällig und der Lizenzgebühr aufgeschlagen.

Der geschuldete Betrag kann aber nicht wie es in der Schweiz üblich ist, bei einer Bank eingezahlt werden. Das Geld muss per Boten ins zirka 200 km entfernte Nairobi gebracht werden. Die Strecke zurückzulegen ist bei normalen Verhältnissen bereits mit grossen Gefahren verbunden.

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen, die in wenigen Wochen zum zweiten Mal durchgeführt werden, ist das Chaos auf dem Weg ungleich grösser als sonst. Weil die Behörden in Nairobi aber ausser Acht lassen, dass der Weg sehr gefährlich ist, und trotzdem auf die pünktliche Begleichung der Lizenzgebühren bestehen, musste Spitalleiterin Ruth Schäfer den Spitalsekretär Philis Wangari Mwangi nach Nairobi schicken. Er bekam die unruhige Lage zu spüren, konnte aber glücklicherweise seinen Auftrag erfüllen und heil zum Rhein-Valley Hospital zurückkehren. Solange bis die Lizenzgebühren in einem Jahr wieder fällig werden.

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09
Jun

Besonders viele Asthmafälle

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In den Monaten Oktober, November und Dezember muss das Rhein-Valley Hospital erfahrungsgemäss besonders viele Patienten mit Asthma behandeln. Damit das Team dem Bedarf gerecht wird, stellt es auf diese Fälle ein. So auch Joseph Muriithi Muriuki. Er berichtet von einem konkreten Fall.

Am 12. Oktober 2017 informierte der Wachmann (Askari) den Arzt Joseph Muriithi Muriuki, dass ein Notfall eingetreten war. Die 29-jährige Florence Nyambur war aus Thugonoi in den Bergen zum Spital gekommen. Sie klagte über schlimme Schmerzen in der Brust, hatte grosse Probleme beim Atmen, litt an einem Spannungsgefühl im Brustkorb und an starken Kopfschmerzen.

Joseph Muriithi Muriuki untersuchte die junge Frau sorgfältig und diagnostizierte einen Asthmaanfall. Weil das richtige Medikament in der Spitalapotheke vorrätig war, gab er ihr eine Spritze. Das Medikament wirkte schnell, so dass sich die Frau schnell erholte.

Der akute Anfall war zwar vorüber. Dennoch bestand die Gefahr eines Rückfalls. Deshalb wies er sie vorsichtshalber und zur Beobachtung in die Bettenstation ein. Dank der guten Pflege und Betreuung erholte sich die junge Frau vollständig

Die im Rhein-Valley Hospital geführte Statistik zeigt auf, dass jedes Jahr die Asthmafälle im Oktober, November und Dezember drastisch zunehmen.

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09
Jun

Hilfe am Impftag kam aus Zürich

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Der Medizinstudent und Stephan Holderegges lernten sich im Unispital Zürich kennen. Die Berichte über das Wirken des Vereins in Kenia, weckten Ivan Skrebecs Interesse, das Rhein-Valley Hospital kennen zu lernen. So reiste er im März nach Kenia, besuchte die Spitalmitarbeiter.

Er erreichte das Spital an einem Donnerstagmorgen. Es war einer der regelmässigen Impftage für Babies und erhalten eine Rundumimpfung, die gegen Starrkrampf, Mumps, TB Typhus, Diphterie, Röteln, Keuchhusten und Masern schützt. Obwohl gerade erst das Spital und das Team kennen gelernt hatte, bat Ivan Skrebecs spontan seine Hilfe an.

Diese Unterstützung nahm Mama Matata (Spitalleiterin Ruth Schäfer) gerne an. Der Medizinstudent wog die Babies und kontrollierte den bisherigen Impfgrad. Erst dann wurde dem Kind der Impfstoff verabreicht.

Damit gewährleistet ist, dass jedes Kind durchgeimpft wird und damit das Ansteckungsrisiko auf ein Minimum reduziert ist, vereinbarte der temporäre Mitarbeiter gleich einen Folgetermin mit der Mutter.

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29
Apr

Ein Schweizer Student im Rhein-Valley Hospital

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Ivan Skrbec studiert in Zürich Medizin. Er leidet an Zystischer Fibrose und ist – wie Stephan Holderegger – lungentransplantiert. Im März 2018 reiste er nach Kenia und arbeitete zwei Wochen lang mit im Rhein-Valley Hospital. Der Aufenthalt und die Gespräche mit Ruth Schäfer gingen dem Studenten nahe. In einem ausführlichen Bericht schildert er seine Eindrücke. Er dankt Mama Matata für ihr selbstloses Handeln und zollt ihr seinen Respekt.

 

Rhein-Valley Hospital: Hoffnung für alle

 

Idyllisch ist der Kasambara-Gilgil. Der Lake Elementatia scheint zum Greifen nahe. Eine Bergkette umschliesst das Gebiet, in dem das Rhein Valley Hospital liegt. Es ist still und ruhig. Doch der Schein trügt. «Am Abend ist hier meistens die Hölle los! Jetzt arbeiten die Menschen auf dem Feld, sorgen sich um ihre Familien. Doch sobald sich der Himmel dunkel färbt, kommen die Menschen in Scharen!», sagt Mama Matata (Spitalleiterin Ruth Schäfer). Wir schauen uns gerade den Brunnen an. Den hat der Verein Rhein-Valley Hospital zusammen mit dem Spital gebaut. Seither haben die Patienten und die Menschen in der Region Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Das Spital liegt irgendwo zwischen dem Busch und Ballungsgebiet. Die Zahl der hier lebenden Menschen ist gewaltig, es sind etwa 80`000. Es fehlt aber eine vernünftige Infrastruktur, es gibt kein weiteres Krankenhaus und auch keine Apotheke. «Die Menschen wandern, wenn es sein muss, ein oder zwei Tage zu uns. Meistens sind sie dann völlig erschöpft. Manche brechen zusammen, andere sterben», sagt Mama Matata.
Ruth Schäfer leitet das Rhein-Valley Hospital. Sie wirkt unauffällig. Ihre Augen aber sind kritisch, ihr Verstand scharf, ihr Herz gross, ihre Energie und Motivation scheinen unendlich. Ruth Schäfer kämpft jeden Tag gegen das Elend in Kenia. Mir ist es unvorstellbar, dass sich eine weisse Frau seit mehr als einem Dutzend Jahren derart für Gesundheit und Gerechtigkeit engagiert.
Nach mehr als zwei Wochen Aufenthalt in Kenia ist mir das Lachen vergangen. Wie Stephan Holderegger leide ich an Cystischer Fibrose und bin lungentransplantiert. Ich bin Mediziner. Für mich gibt es keine Grenzen. Das glaubte ich, bis ich nach Kenia kam. Das Land muss man nicht fotografieren oder erlesen. Nein, Kenia muss man erleben! Und was ich erlebe, erfüllt mich mit Ohnmacht. Es lähmt mich, wenn ich sehe, was der Krieg vor bald zehn Jahren aus dem Land und den Menschen gemacht hat. Ich empfinde Wut, Trauer und etwas Hass, wenn ich die Armut, Korruption und Gewalt auf den Strassen sehe.
Und dennoch bin ich priveligiert, weil ich Kenia erleben darf. Die meisten Armen überleben diese harte und brutale Zeit nicht. «Du würdest nach einer Woche davonlaufen, müsstest du das Spital leiten sowie Recht und Ordnung herstellen», sagt Ruth trocken, als ich einen der Patienten betrachte. Mama Matata lag falsch: Ich wäre wahrscheinlich nicht einmal aus dem Flugzeug gestiegen, hätte ich gewusst, was mich erwartet.
Ich beobachte den jungen Patienten. Männlich, sechs Jahre alt, guter Allgemeinzustand, nicht unterernährt, kein HIV, keine Malaria. Er spielt auf der Wiese mit einem Ball, lacht und begrüsst die Mitarbeiter des Krankenhauses. Mama Matata kennt ihn gut. Sie erzählt mir, dass der Junge vor einiger Zeit im Strassengraben gefunden wurde. Mit schwersten Verbrennungen. Der Vater kam eines Nachts betrunken nach Hause und kochte sich eine Suppe. Da der junge Hunger hatte, verlangte er ein wenig zu essen. Der Vater verneinte und als sein Sohn nicht locker liess, packte der Vater den Jungen und steckte ihn in den Topf. Da der Sohn schrie, «entsorge» der Vater ihn am Strassenrand. Ein Bauer fand ihn am nächsten Morgen und brachte ihn ins Rhein-Valley Hospital. Mein Atem stockt und mein Herz beginnt zu rasen. «Verbrennungen sind leider an der Tagesordnung. Wir haben uns daran gewöhnt, allerdings ist es auch für uns unerträglich zu sehen, wie Menschen hier behandelt werden», sagt Ruth Schäfer. Gäbe es das Rhein-Valley Hospital nicht, wäre der Junge sicher gestorben. Entsorgt wie Abfall. Solch ein Tod ist unmenschlich, dort das gehört zu Kenia. Das musste ich lernen.
Ich bin dem Rheintaler Verein dankbar für ihren Einsatz am Rhein-Valley Hospital. Auch wenn es als kalter Tropfen auf einen heissen Stein wirkt, es ist für den Einzelnen wie eine Oase in der Wüste. Die armen Menschen, die sich weder Essen noch Wasser leisten können, werden behandelt. Ihnen werden Schmerzen genommen, sie werden gegen HIV behandelt und junge Mütter werden aufgeklärt. Bisher kannte ich nur die Spitzenmedizin in Europa. In der Schweiz lebt man im Überfluss. Der Krieg hat viele Narben hinterlassen. Ich hätte nicht gedacht, dass die Menschen noch immer so viele Probleme bewältigen.
Auch als ich bei Ruth Schäfer zu Hause bin, gehen mir die Bilder nicht aus dem Kopf. Ich kann wieder ins Flugzeug steigen und in die Heimat zurück fliegen. Doch der Teufelskreis dreht sich hier ständig. Ich halte mich strikt an Ruths Regeln. Eine ist, niemals bei Dunkelheit vor die Tür zu gehen. Es herrscht Lebensgefahr und es gilt das Motto: Fressen oder gefressen werden. Es ist nicht selten, dass ich Schiessereien vor der Haustüre höre. Das wird nicht aufhören, solange das Chaos im Land herrscht. Vor zwei Wochen fand man den Kopf eines jungen Mädchens am Strassengraben. Zuvor war sie auf offener Strasse ausgeraubt und vergewaltigt worden. Das sei Alltag, sagt Ruth, als wir im Hintergrund wieder Schüsse hören. Sie verzieht keine Miene, trinkt in aller Ruhe den inzwischen kalten Kaffee.
Ich empfinde ihre Taten als Meisterleistung. Man Menschen wie Ruth Schäfer den Friedensnobelpreis übergeben. Ruth Schäfer krempelt die Ärmel hoch und macht sich die Hände dreckig. Tag für Tag. Mit Überzeugung. Ruth Schäfer hat Geduld, Frieden und Herz, wie ich es selten gesehen habe. In ihr vereinen sich die Tugenden, die Kenia dienen. Gut, dass es Menschen gibt, die an das Projekt glauben, ein Spital bauen und regelmäsig Geld oder Energie spenden für Menschen, die sie nie kennenlernen werden.


Ein letztes Mal betrete ich ein Patientenzimmer. Ich erblicke eine junge Frau, sie wirkt verwirrt. Sie hat wohl nicht mit einem weissen Mann gerechnet. In ihren Armen hält sie ihr Neugeborenes. Sie ist sie zur regulären Kontrolle gekommen. Nach ihren Blicken und Handgriffen zu urteilen, ist das für die junge Frau nicht neu. Der Arzt bestätigt es: Sie ist 28 Jahre alt und zum sechsten Mal Mutter geworden. Sie weiss nicht, wer der Vater ist, da sie auf offener Strasse vergewaltigt wurde. Die anderen fünf Kinder haben auch keinen Vater. Die Mutter wurde sechs Mal von sechs verschiedenen Männer vergewaltigt und positv auf auf HIV getestet.
Mir wird übel und ich merke, wie mir das Gesicht entgleist. Ich fühle Wut und Trauer wie noch nie. Es ist das pure Entsetzen und ich kann mir nur im geringsten vorstellen, wie es für die junge Mutter sein muss. Als ich aus dem Rhein-Valley Hospital hinaus laufe, begegne ich einem Mädchen, ich nenne sie Sunny. Ich habe sie bei einer Untersuchung kennengelernt. Sunny kommt auf mich zu und lacht. Wir haben viel gemeinsam, lieben beide Bücher, interessieren uns für Naturwissenschaft und begeistern uns für Medizin. «Eines Tages werde ich Ärztin sein und ein Mittel gegen Aids entwickeln, damit niemand mehr daran sterben muss!», sagt sie. Sunny ist seit Geburt HIV-positiv. Ihre Heilungschancen sind schlecht.


Zurück in der Schweiz nehme ich an einem Anlass von «Ärzte ohne Grenzen» teil. Ein Film über Einsätze in Afrika wird gezeigt. Themen sind Brutalität, Leben und Tod. Erst jetzt kann mich in solch eine Dokumentation versetzen. Ich weiss nun, wie es sich anfühlt, wenn man machtlos als Mediziner daherkommt und das lähmende Gefühl grösser und grösser wird. Nach dem Film diskusstiere ich mit einem Mediziner, der mehrmals Einsätze auf der ganzen Welt geleistet hat. Er versteht meine Gedanken, mein Nichtverstehen und meine Ohnmacht, die ich manchmal gefühlt habe. Auf die Frage, ob ich noch einmal nach Afrika gehen würde, antworte ich: «Sofort, meine Tasche ist jederzeit griffbereit». Herzlichen Dank an alle Menschen, die solche Einsätze möglich machen. Sie sind für mich Helden. Wie Mama Matata, die täglich um Gerechtigkeit kämpft.

 

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24
Feb

Rossmax spendet Rhein -Valley Hospital medizinische Geräte

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Die Firma Rossmax Swiss GmbH ist in Berneck ansässig. Ende Februar verlegte sie ihren Geschäftssitz an die Widnauerstrasse in Heerbrugg. Bei dieser Gelegenheit spendete das Unternehmen dem Verein Rhein-Valley Hospital medizinsiche Geräte im Wert von etwa 3000 Franken.

«Regelmässig unterstützen wir medizinisch tätige Organisationen und Vereine», sagte Jürg Frei (CEO Rossmax Swiss GmbH). Diesmal berücksichtigte Rossmax den Verein Rhein-Valley Hospital mit Sitz in Altstätten. Er betreibt in Kenia ein Spital mit Ambulatorium und Bettenstation.

Jürg Frei (CEO Rossmax Swiss GmbH) erklärt Monika von der Linden (Vorstand Verein Rhein-Valley Hospital) die Funktion der gespendeten medizinischen Kleingeräte. (Fotos: Kurt Latzer)

Die medizinischen Kleingeräte werden den Mitarbeitern des Spitals und damit den Patientinnen und Patienten wertvolle Dienste leisten. Zum Beispiel kann den an Asthma erkrankten Menschen durch die gespendeten Inhaliergeräte Linderung zuteil werden. Die gespendeten Blutdurckmessgeräte sind von hochwertiger Qualität und klinisch validiert. Sie entsprechen dem Standard der Britischen und Europäischen Hochdruckliga.

Die Firma Rossmax Swiss GmbH ist weltweit tätig, produziert und verkauft medizinische Geräte.

Wir danken der Firma Rossmax Swiss GmbH für die grosszügige Spende.

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22
Feb

Besuch aus der Schweiz

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Bruno Rosenberger aus Mettmenstetten kannte Mama Matata nicht persönlich. Er wurde auf sie aufmerksam, als sie im Schweizer Fernsehen zu Gast bei Kurt Aeschbacher war. Animiert von ihren Berichten besuchte er sie im September 2017 in Kenia. Lesen Sie den kompletten Reisebericht.

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22
Feb

Erlös aus Adventscafé gespendet

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Altstätten Die Initiantinnen des Adventscafés, Eveline Alder und Ursula Schelling, blicken mit grosser Freude auf das gelungene Projekt zurück. Das Café war im kleinen Saal der evangelischen Kirche insgesamt an zwölf Tagen geöffnet. Dank der Mithilfe von 47 Freiwilligen wurden die Besucherinnen und Besucher mit feinen Kuchen, währschaften Suppen und vielem mehr verwöhnt.

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Der Erlös aus dem Adventscafé wurde an zwei Projekte gespendet, Rhein Valley Hospital in Kenia und Jan Rogala (Ukraine). Stellvertretend für die beiden Hilfswerke haben Marcel Ammann (Jan Rogala) und EvelineAlder (Vorstandsmitglied Verein Rhein-Valley Hospital und Mitinitiantin Adventscafé, rechts) die Spende von je 2300 Franken entgegengenommen.
Wir bedanken uns herzlich bei Eveline Alder und Ursula Schelling für ihr Engagement im Dienste der guten Sache. Es freut uns sehr, bei der Verteilung des Erlöses so grosszügig bedacht worden zu sein.

Altstätten Die Initiantinnen des Adventscafés, Eveline Alder und Ursula Schelling, blicken mit grosser Freude auf das gelungene Projekt zurück. Das Café war im kleinen Saal der evangelischen Kirche insgesamt an zwölf Tagen geöffnet. Dank der Mithilfe von 47 Freiwilligen wurden die Besucherinnen und Besucher mit feinen Kuchen, währschaften Suppen und vielem mehr verwöhnt.

Der Erlös aus dem Adventscafé wurde an zwei Projekte gespendet, Rhein Valley Hospital in Kenia und Jan Rogala (Ukraine). Stellvertretend für die beiden Hilfswerke haben Marcel Ammann (Jan Rogala) und EvelineAlder (Vorstandsmitglied Verein Rhein-Valley Hospital und Mitinitiantin Adventscafé, rechts) die Spende von je 2300 Franken entgegengenommen.

Wir bedanken uns herzlich bei Eveline Alder und Ursula Schelling für ihr Engagement im Dienste der guten Sache. Es freut uns sehr, bei der Verteilung des Erlöses so grosszügig bedacht worden zu sein.

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12
Jan

Hilfswerk GL Zürich – ein bedeutender Spender

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Im abgelaufenen Jahr hat das Hilfswerk GL Zürich wiederum eine grosszügige Zuwendung von 25‘000 Franken an den Verein Rhein-Valley Hospital getätigt. Dieser wunderbare Betrag trägt in hohem Masse dazu bei, dass die bitterarmen Menschen in Kasambara-Gilgil medizinisch versorgt werden können. Herzlichen Dank!

Das Hilfswerk der 1948 gegründeten geistchristlichen Gemeinschaft GL Zürich unterstützt gezielt Projekte in den ärmsten Regionen der Welt. Dabei wählt es besonders jene aus, die sich für Kinder und hilfsbedürftige Menschen einsetzen, um die sich sonst niemand kümmert.

Allen unterstützen Projekten ist gleich, dass sie von engagierten Gründern oder deren Nachfolgern persönlich betreut und kontrolliert werden, die lokale Bevölkerung im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe miteinbezogen wird und dass sich die Lebensbedingungen der betroffenen Menschen nachhaltig verbessern.

Das Hilfswerk GL Zürich legt ausserdem grossen Wert darauf, dass jeder oder fast jeder Spendenfranken auch wirklich für die Bedürftigen verwendet wird, denn so hält es es auch selbst.

Das Hilfswerk GL Zürich ist nach eigenem Bekunden beeindruckt vom Wirken Ruth Schäfers und des Rhein-Valley Hospitals, das für die 50‘000 bitterarmen Menschen in der Bergregion Kasambara-Gilgil eine medizinische Grundversorgung bietet und jährlich bis zu 20'000 Behandlungen durchführt.

Seit 2012 hat das Hilfswerk GL Zürich dem Verein Rhein-Valley Hospital daher gesamthaft 105‘000 Franken gespendet und will dessen Tätigkeit auch künftig namhaft unterstützen.

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Rhein-Valley - Hospital of Hope

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